Geschrieben von: Dr. Delventhal
HeuschnupfenHeuschnupfen wird durch eine Allergie gegen Pollen von Bäumen, Gräsern, Blumen und Sträuchern verursacht (den sog. Allergenen) und wird deswegen auch allgemein Pollinosis genannt.
Er äußert sich durch Niesanfälle, Fließschnupfen, juckende und gerötete Augen. Die Symptome beschränken sich auf die Flugzeit der Pollen, durch die die Allergie ausgelöst wird.
Der Dauerschnupfen wird durch Allergene verursacht, die ganzjährig auf den Organismus einwirken, wie Hausstaubmilben, Schimmelpilzsporen oder Tierhaare.
Allergisches AsthmaDas allergische Asthma ist eine vorwiegend anfallsweise Verengung der Atemwege, die zu Luftnotanfällen führt und ist gekoppelt mit der Produktion eines zähen, weißen Schleims in den Bronchien. Es kann durch alle Allergene, die auch den Heuschnupfen und Dauerschnupfen verursachen ausgelöst werden, ebenfalls durch Nahrungsmittel oder Medikamente.
InsektengiftallergieEine Insektengiftallergie wird in unseren Breitengraden am häufigsten durch Wespen und Bienen ausgelöst, aber auch gelegentlich durch Bremsen oder Mücken. Sie äußert sich in den meisten Fällen durch Nesselsucht, der sog. Urticaria, die sich über den ganzen Körper ausbreiten kann. Dazu können Schnupfen, Augen- und Lidschwellungen, Asthma und letztendlich ein lebensbedrohender allergischer Schock kommen.
TierhaarallergieDie häufigsten Auslöser einer Allergie sind Katzen gefolgt von Meerschweinchen, Hunden und Pferden. Grundsätzlich kann jede Tierart mit Fell, oder Federn (auch in Form von Bettfedern) eine Allergie auslösen. Als Symptome treten Fließschnupfen, Augenjucken und -schwellungen bis hin zum schweren Asthma auf.
NahrungsmittelallergieDie Nahrungsmittelallergie kann sich sehr vielfältig äußern. Es kann zur Nesselsucht, Bindehautschwellung, Schnupfen, Asthma und Ekzemverschlimmerung kommen. Sehr häufig ist sie mit Magen-Darm-Symptomen wie Übelkeit, Völlegefühl, Erbrechen, Bauchkoliken und Durchfall verbunden. Ausgeprägte Abneigungen gegen bestimmte Nahrungsmittel können ein Hinweis auf deren Unverträglichkeit sein. Die gleichen Symptome können auch durch Nahrungsmittelzusatzstoffe wie Lebensmittelfarben und Konservierungsstoffe hervorgerufen werden.
Eine Arzneimittelallergie kann im Prinzip von jedem Medikament ausgelöst werden. Am häufigsten sind allergische Reaktionen auf Penicillin, Ampicillin, Schmerzmittel, Sulfonamide, chininhaltige Medikamente und örtliche Betäubungsmittel. Als Reaktion sind alle Symptome vom Schnupfen, Bindehautschwellung über Asthma, Nesselsucht bis hin zum allergischen Schock möglich.
KontaktallergieEine Kontaktallergie äußert sich meistens durch eine Ekzemreaktion an der Kontaktstelle. Eine Streuung darüber hinaus ist möglich. Die häufigsten Auslöser sind Metalle wie Nickel, die eine Modeschmuckunverträglichkeit verursachen, aber auch Kosmetika, Kunststoffe, Gummi, Farben und andere Chemikalien.
AllergiediagnostikDer erste und wichtigste Schritt in der Allergiediagnostik ist die Erhebung einer genauen Krankengeschichte.
Angaben über die Art und den Zeitraum sowie den Ort der Beschwerden sind für die Allergietestung richtungsweisend.
Anhand von Hauttests wird geprüft, ob der Körper gegen bestimmte Stoffe Antikörper gebildet hat. Außer bei den Kontaktallergien wird dazu eine kleine Menge des möglichen Allergens in die Haut geritzt (Prick-Test) oder gespritzt (Intrakutan-Test). Sind Antikörper vorhanden entsteht nach 10 bis 15 Minuten eine sog."Quaddel". Zur Abklärung, ob ein Allergen tatsächlich auch die Krankheitssymptome verursacht, ist der nasale Provokationstest gut geeignet. Dabei wird das Allergen in ein Nasenloch gesprüht und eine Anschwellung oder eine schnupfenähnliche Schleimabsonderung bewertet.
Bei einer Allergie gegen örtliche Betäubungsmittel wird eine kleine Menge des Mittels unter die Haut gespritzt (subkutane Provokation). Eine Quaddelbildung an der Einstichstelle spricht für eine Allergie.
Zur Bestätigung können Rast -Teste veranlasst werden. Dabei werden die Antikörper im Blut bestimmt. Bei Tierhaarallergie und durch häusliche Allergene ausgelösten Reaktionen ist es wichtig, die eigenen, mitgebrachten Proben zu testen. Eine Anleitung zum Sammeln dieser Proben wird Ihnen mitgegeben.
Kontaktallergien werden durch einen Epikutantest diagnostiziert. Dabei werden die vermuteten Allergene auf die Haut geklebt. Der Test wird nach 2 und 3 Tagen abgelesen. Wenn eine Allergie vorliegt, tritt an der entsprechenden Teststelle eine Rötung oder eine Ekzemreaktion auf.
TherapieDie sicherste und beste Therapie ist das Vermeiden (Karenz) des allergieauslösenden Stoffes. Das ist sicher häufig bei Kontaktstoffen, Medikamenten, Tierhaaren oder Nahrungsmitteln möglich. Handelt es sich aber um ein Grundnahrungsmittel ist das schwieriger, und beispielsweise völlig unmöglich bei Pollen und Hausstaubmilben.
Der erste und wichtigste Schritt in der Allergiediagnostik ist die Erhebung einer genauen Krankengeschichte.
Die einzige, gesicherte, ursächliche Behandlung gegen Pollen-, Hausstaubmilben-, Tierhaar-, Insektengift- oder Schimmelpilzallergie ist die spezifische Immuntherapie. Dabei wird dem Körper das entsprechende Allergen in aufsteigender Dosierung verabreicht, so dass er selber Antikörper dagegen entwickelt.
Bei Insektengift- und ganzjährigen Allergien schließt sich in 4-6wöchigen Abständen eine meist 2-3jährige Dauertherapie an.
Die Behandlung erfolgt anfangs üblicherweise durch eine wöchentliche Spritze unter die Haut (subcutane Immuntherapie,SIT) oder sublingual (SLIT) durch eine Lösung, die von der Mundschleimhaut aufgenommen wird.
Neu ist eine sich schnell auflösende Tablette, so genannte Grastablette. Hier liegen natürlich noch keine Langzeitergebnisse vor.
Da bei der am längsten, bewährten Behandlung durch wöchentliche Spritzen unter die Haut allergische Reaktionen ausgelöst werden können, muß sich der Patient noch eine halbe Stunde danach in der Praxis aufhalten. Normalerweise sind 6 bis 10 Spritzen erforderlich.
Falls die Behandlung, gerade in der ersten Zeit, noch nicht den gewünschten Erfolg bringt oder aus bestimmten Gründen nicht durchführbar ist, kann auch zusätzlich symptomatisch, d.h. mit antiallergisch wirksamen Tabletten, Nasensprays, Augentropfen oder Aerosolen zum Inhalieren behandelt werden.
Zusätzliche Maßnahmen sind bei Hausstaubmilben- oder Schimmelpilzsporenallergikern die Sanierung der häuslichen Umgebung und das Abschaffen allergieauslösender Tiere. Bei Tierhaarallergikern wird nur bei beruflicher Notwendigkeit eine Immuntherapie durchgeführt. Heuschnupfenpatienten sollten während der Pollensaison den Aufenthalt im Freien einschränken und den Urlaub in einer pollenarmen Gegend (Hochgebirge, See) planen. Insektengiftallergikern ist von bunter Kleidung, Barfußgehen und dem Genuss süßer Speisen und Getränke (grundsätzlich Strohhalm benutzen) im Freien abzuraten.