Rosacea

... auffällige Rötungen in der Gesichtsmitte durch Gefäßerweiterungen

Die Rosacea ist eine schubweise verlaufende, nicht ansteckende Krankheit, die häufig im 3. bis 4. Lebensjahrzehnt auftritt.

Dabei kommt es in der Gesichtsmitte, also um die Nase, im Wangen – Stirn – und Kinnbereich zu Rötungen durch Gefäßerweiterungen und zur Bildung von entzündlichen Knötchen und Pusteln sowie Talgdrüsenwucherungen.

Rosacea - Knötchen, Pusteln, Talgdrüsenwucherungen
Rosacea - Knötchen, Pusteln, Talgdrüsenwucherungen

Sind die Talgdrüsenwucherungen an der Nase extrem ausgeprägt, kann es zur Bildung der sog. Knollennase (Rhinophym oder Rotweinnase) kommen. Diese tritt fast nur bei Männern auf. In dem Falle sind chirurgische Maßnahmen erforderlich.

 

Rosacea - Knollennase, Rhinophym, Rotweinnase
Rosacea - Knollennase, Rhinophym, Rotweinnase
© Qwast, BWK HH

Eine mögliche Augenbeteiligung äußert sich als Lidrand – oder Bindehautentzündung und sollte vom Haut - oder Augenarzt mitbehandelt werden.

Die Ursache der Erkrankung ist weitgehend unbekannt.
Möglicherweise spielen Erbfaktoren eine Rolle.

Es wird auch diskutiert, ob die bei der Rosacea erhöhte Keimbesiedlung der Hautfollikel mit der Hautmilbe Demodex eine Rolle spielt. In letzter Zeit wird auch der Magenkeim Helicobacter pylori für die Rosacea verantwortlich gemacht.

Der Erreger ist durch eine Antikörperuntersuchung im Stuhl einfach nachzuweisen. Wenn der Test positiv ausfällt, sollte unbedingt eine Behandlung durch den Hausarzt oder Internisten durchgeführt werden.
In diesem Falle besteht die Chance, dass die Rosacea nicht wieder auftritt.
Die Rosacea kann durch alle durchblutungssteigernden Faktoren verstärkt werden, wie Sonne, Stress, Alkohol, scharfe Gewürze, heiße Bäder und körperliche Anstrengung.
Die Behandlung erfolgt zunächst äußerlich mit den verschiedensten Cremes oder Pasten, wobei sich als Wirkstoffe Metronidazol, Erythromycin, Permethrin und Azelainsäure bewährt haben.
Außerdem ist die Bestrahlung mit wassergefiltertem Blaulicht hilfreich.

Wenn örtlich anzuwendende Medikamente bei der Rosacea nicht mehr ausreichen, hat sich seit vielen Jahren die Einnahme von Doxycyclin bewährt.
Doxycyclin ist ein Antibiotikum, das eine antibakterielle und eine antientzündliche Wirkung hat.

Bei der Behandlung der Rosacea ist nur die antientzündliche Wirkung erwünscht. Dafür sind so geringe Mengen des Wirkstoffs notwendig, dass sie nicht mehr antibakteriell wirksam sind.
Seit kurzem ist ein Medikament auf dem Markt, das diesen Anforderungen gerecht wird. Es ist niedrig dosiert und setzt außerdem einen Teil des Wirkstoffs sofort und einen Teil verzögert frei, so dass über 24 Stunden ein konstanter Wirkstoffspiegel im Blut erreicht wird.

Dadurch werden die möglichen Nebenwirkungen, wie Resistenzbildung, Magen- Darmbeschwerden, Hefepilzinfektionen oder Lichtüberempfindlichkeit erheblich reduziert. Ein weiterer Pluspunkt ist, die einmalige Einnahme täglich.
In schweren Fällen wird Isotretinoin, das ist ein Vitamin-A-säureabkömmling, angewendet.
Die Gesichtsreinigung sollte nur mit lauwarmen Wasser oder milden Reinigungsmitteln erfolgen. Ein Peeling sollte ganz unterbleiben. Zur Pflege sind nicht fettende Cremes geeignet.

Eine spezielle Rosaceamassage oder Lymphdrainage durch eine entsprechend geschulte Kosmetikerin kann hilfreich sein.

Lichtschutz und Vermeiden intensiver Sonnenbestrahlung ist unbedingt empfehlenswert.

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Dr. Delventhal

Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten • Allergologie • Phlebologie • ambulantes Operieren

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