Bis zu einem Drittel der Bevölkerung leidet an einer Fuß- oder Nagelpilzerkrankung, häufig an beiden gleichzeitig.
Am häufigsten ist die Haut zwischen den Fingern und Zehen betroffen. Es kommt zu Rötung, Schuppung, z.T. Bläschenbildung und kann mit Juckreiz verbunden sein. Die Infektion kann aber auch am ganzen übrigen Körper auftreten. Auch eine Infektion durch Tiere, besonders Katzen oder Rinder (sog. Kälberflechte) ist möglich.
Diese Infektionen zeigen sich oft als randbetonte, rundliche oder bizarr konfigurierte Herde. Da Pilze im feuchtwarmen Milieu sehr gut gedeihen, ist es verständlich, dass die Fußnägel sehr viel häufiger betroffen sind als die Fingernägel. Es kommt zu Verfärbungen und Brüchigkeit der Nagelplatte, oft ist auch die umgebende Haut befallen. Ein Hautarzt kann durch eine mikroskopische Untersuchung und das Anlegen einer Pilzkultur auf einem Nährboden die Art des Pilzes bestimmen und somit die geeignete Therapie empfehlen. Eine Pilzerkrankung heilt nie von alleine und ist ansteckend.
Deshalb sollte in jedem Falle eine Behandlung erfolgen. Diese kann äußerlich durch Salben, Cremes, Lösungen, Nagelpflaster oder Nagellacke erfolgen. Bei sehr ausgedehntem Befund empfiehlt sich eine Behandlung von innen mit Tabletten, auf jeden Fall wenn mehr als die Hälfte eines Nagels befallen ist. Sehr hilfreich ist das Abfräsen der erkrankten Nagelanteile. Alles,was man mechanisch entfernen kann, braucht man nicht medikamentös zu behandeln. Wichtig ist es, die dafür benutzten Instrumente und Fräsköpfe sporensicher zu desinfizieren, wie das in unserer Praxis natürlich selbstverständlich ist. Nach einer dreiwöchigen Behandlungszeit besteht keine Ansteckungsgefahr mehr.
Da die Fortpflanzungszellen der Pilze, die Sporen, besonders schwer zu behandeln sind, sollte die Behandlung mit einem sporiziden, d.h. auch gegen die Sporen wirksamen Mittel, wie z.B. Ciclopirox, erfolgen. Für die Behandlung eines Fingernagels sind 3-6 Monate erforderlich, für einen Großzehennagel oft länger als 1 Jahr. Geduld ist also erforderlich. Die Haut sollte noch 3 Wochen, nachdem keine krankhaften Veränderungen mehr erkennbar sind, behandelt werden, um ein Wiederaufflackern der Infektion zu vermeiden. Alle Faktoren, die das Wachstum der Pilze begünstigen sollten vermieden werden. Dazu gehören Besuche in Sauna und Schwimmbad sowie das Tragen luftundurchlässiger Strümpfe oder Schuhe. Eine regelmäßige Reinigung mit Seife und gutes Abtrocknen, vor allem zwischen den Fingern oder Zehen, ist sehr wichtig. Bei Neigung zum Schwitzen sollten die Zehenzwischenräume durch eine Mullbinde isoliert werden. Um eine Rückinfektion zu verhindern, ist die Desinfektion von Kleidungsstücken, die mit der pilzinfizierten Haut in Kontakt kommen und ggf. der Schuhe sehr wichtig. Für Textilien reicht eine Wäsche mit Waschpulver (!) bei 60 Grad. Für Kleidungsstücke, die diese Temperatur nicht vertragen ist die Canesten Hygiene Wäschespülung geeignet. Sie ist nicht geeignet für Allergiker gegen Benzalkoniumchlorid. Die Schuhdesinfektion kann mit einem sporizidem ciclopiroxhaltigem Puder Pumpspray erfolgen (2-3-maliges Einstäuben vor dem nächsten Tragen) oder mit Sagrotan als Pumpspray oder Sagrotan med Sprühdesinfektion (3-5 mal im Abstand von 1 Woche die Schuhe einsprühen oder auswischen).
Viel Erfolg bei der Behandlung Ihrer Fuß- oder Nagelpilzerkrankung!
Die verwendeten Bilder wurden mit freundlicher Genemigung von der Firma Almirall Hermal GmbH, Reinbeck verwendetet.