Geschrieben von: Bernhard Storz

Was sind Ichthyosen?
Man kann sich die Ichthyose als eine Art Zellenstau vorstellen. Die Produktion der Zellen erfolgt zu rasch, oder der natürliche Abschuppungsprozess ist verlangsamt oder behindert oder beides. Bei allen Fällen von Ichthyose ist dies auf eine erheblich verdickte Hornschicht (Stratum corneum) zurückzuführen, die nicht ausreichend Wasser binden kann und daher ständig einen hohen Feuchtigkeitsverlust erleidet. Die verdickte Haut wird immer trockener, sie schrumpft und bricht auf, und die Risse vertiefen und verbreitern sich. Die Haut beginnt auszusehen, als ob sie mit Schuppen bedeckt sei.
Nachdem die Ichthyosehaut sich beträchtlich aufgebaut und dicke Schuppen und bei einigen Formen auch Hornstachel gebildet hat, löst sie sich schließlich in zusammengeballter und verklumpter Form als deutlich sichtbare Schuppen ab.
Formen der IchthyosenDie Ichthyosen sind eine Familie von genetisch bedingten Hauterkrankungen, deren Erscheinungsbild eine trockene, verdickte, schuppige Haut ist. Dermatologen schätzen, dass es mindestens zwanzig verschiedene Arten von Ichthyosen gibt. Die vier häufigsten Typen sind unter folgenden medizinischen Fachbegriffen bekannt:
Ichthyosis vulgaris-Formen sind nicht bei der Geburt vorhanden, sondern entwickeln sich erst in den ersten Lebenswochen oder Lebensmonaten. Congenitale Ichthyosen treten schon bei der Geburt auf. Eine weitere Unterteilung lässt sich danach treffen, ob nur die Haut betroffen ist oder ob daneben noch andere Merkmale vorkommen (z.B. Haarveränderungen, Bewegungsstörungen, Entwicklungsverzögerungen).
Ichthyosen sind eine Gruppe von Erkrankungen mit unterschiedlichem Erscheinungsbild und verschiedenen Verlaufsformen. Gemeinsam ist allen Ichthyosen, dass sie durch Fehler im Erbgut ausgelöst werden. Für einige Ichthyoseformen sind die genetischen (erblichen) Defekte inzwischen bekannt, nach den Ursachen der übrigen Ichthyosen wird zurzeit noch geforscht.
Für die Betroffenen bedeutet die Diagnose „Ichthyose“ ein Leben mit Problemen. Es sind tägliche, oft mehrstündige Behandlungen notwendig, um die ständig nachwachsenden Schuppen zu entfernen. Besonders in der wärmeren Jahreszeit entsteht eine gesundheitliche Gefährdung, weil viele Betroffene nicht schwitzen können. Durch Hitzestau kann das Herz- und Kreislaufsystem gefährdet werden. Freizeitaktivitäten wie Sport und Schwimmen können daher nur eingeschränkt wahrgenommen werden. Es entstehen nicht nur Probleme bei der Suche nach einem Arbeitsplatz, sondern auch bei der Partnerwahl. Hinzu kommen die üblichen Vorurteile gegenüber Menschen mit Hauterkrankungen, die durch die Angst vor Ansteckung und das Anlegen „ästhetischer Maßstäbe“ noch verstärkt werden.
Informationen und Hilfe für Betroffene bietet die Selbsthilfe Ichthyose e.V.
| Margarete von Croy Aussenschlag 3 21521 Wohltorf Tel. 04104 – 962180 |
Bernhard Storz Walnußstieg 10 22175 Hamburg Tel. 040 – 6405357 |
Internet www.ichthyose.de |